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Energieberatung Kosten – Tagessatz und Wahl des Beraters

Die Kosten für eine Energieberatung können sehr unterschiedlich ausfallen. Je nachdem welchen Energieberater Sie einsetzen möchten, können schon die Tagessätze der Berater  hohe Bandbreiten aufweisen. Sie können sicherlich Berater für 500€ Tagessatz bekommen. Hier stellt sich jedoch die Frage, wie seriös bzw. qualifiziert sind diese Berater. Normale Tagessätze für gut ausgebildete und erfahrene Energieberater liegen zwischen 800-1.200€. Folgende Erkundigungen sollten Sie sich über Ihren potenziellen Energieberater einholen:
  1. Ist der Berater als Energieberater beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zugelassen?
  2. Welche Qualifikationen hat der Berater?
  3. Welche Erfahrungen kann der Berater aufweisen?
Punkt 1:
Ihr Berater sollte beim BAFA als Energieberater für die Energieberatung im Mittelstand anerkannt sein. Die Anerkennung durch das BAFA ist zum einen wichtig, damit Sie für die Energieberatung einen Beratungszuschuss bekommen. Zum anderen ist die Anerkennung eine erste Selektion zwischen qualifizierten und ungeeigneten Beratern.
Punkt 2:
Obwohl das BAFA nur Berater anerkennt, die mindestens drei Jahre Berufserfahrung im Bereich Energieeffizienzberatung aufweisen, heißt das nicht, dass sie auch im Stande sind für Sie eine qualitativ hochwertige Energieberatung durchzuführen. Es kann vorkommen, dass ein Energieberater lediglich Erfahrung im Bereich der Gebäudehülle hat, weil er  z.B. Bauphysik studiert hat. Dieser Personenkreis hat aber kaum Erfahrung in der Energieeffizienzberatung zum Thema Technik. Auch kann ein Energieberater ein Heizungsinstallateur sein. Dieser hat entsprechend ein hohes Wissen in der Heizungstechnik, aber dafür sind die Erfahrungen in anderen Bereichen eher unterentwickelt. Nicht zu unterschätzen sind die analytischen Fähigkeiten des Beraters. Da sehr viele Berechnungen durchgeführt werden, sollte der Berater ebenfalls sehr gute Kenntnisse in den gängigen Softwarelösungen, wie z.B. MS Excel, haben.
Punkt 3:
Je nachdem welche Anforderungen Sie an den Energieberater stellen, sollten Sie genau in Erfahrung bringen, ob er bereits genügend Projekte in Ihrer Branche aufweisen kann. Wenn Sie schon wissen, dass Sie in Ihrem Unternehmen z.B. im Bereich Druckluft und Kälte Einsparpotenziale vermuten, sollten Sie dementsprechend einen Berater wählen der ggf. Weiterbildungen oder ähnliches in diesen Bereichen aufweisen kann.

Energieberatung Kosten – Aufwand einer Beratung

Wie hoch der zeitliche Aufwand einer Energieberatung und damit die Beratungskosten sind, hängt von der Komplexität und den Bedürfnissen des Unternehmens ab. Den grundsätzlichen Ablauf einer Energieberatung können Sie unter Energieanalyse entnehmen. Die Potenzialanalyse stellt innerhalb der Energieanalyse den Minimalaufwand einer Energieberatung dar. Daraus ergibt sich folgender Grundaufwand:
  • Auftakt / Datenaufnahme vor Ort / Datenübertragung / Datenanalyse: ca. 4 Ingenieurtage
  • Maßnahmenentwicklung / Wirtschaftlichkeitsberechnung: ca. 3 Ingenieurtage
  • Berichterstellung / Abschlussgespräch: ca. 2 Ingenieurtage
  • Koordinationsarbeiten (Datenbeschaffung / Unterstützung Antragstellung): ca. 1 Ingenieurtag
Erfahrungsgemäß liegt der durchschnittliche Zeitaufwand für eine Energieberatung im Bereich der Potenzialanalyse bei etwa 10 Ingenieurtagen. Der Aufwand für eine Detailanalyse kann durchaus 15 Ingenieurtage sein.

Energieberatung Kosten – Beratungszuschuss bis zu 6.000€

Der Grundaufwand für eine Energieberatung liegt mit den oben genannten Tagessätzen damit bei etwa 8.000 bis 10.000€. Eine Detailanalyse liegt im Durchschnitt bei etwa 12.000 bis 15.000€.
Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind diese Kosten kaum zu stemmen. Daher hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ein Förderprogramm ins Leben gerufen. Ziel des Programmes ist, die Energieeffizienz in mittelständischen Unternehmen zu steigern (siehe Energieberatung Mittelstand). Dadurch erhalten KMU, mit mehr als 10.000€ Energiekosten pro Jahr, vom BAFA einen Kostenzuschuss der Beratung von 80% der Beratungskosten bzw. maximal 6.000€.
Große Unternehmen, also Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern oder 50 Mio. € Jahresumsatz oder 43 Mio. € Jahresbilanzsumme, sind nicht antragsberechtigt. Diese Unternehmen unterliegen den gesetzlichen Vorgaben des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G).
Große Unternehmen sind seit dem 05.12.2015 dazu verpflichtet ihre energieverbrauchenden Systeme aufzunehmen, zu analysieren, zu bewerten und entsprechende Energieeffizienzmaßnahmen abzuleiten. Diese systematische Vorgehensweise kann u.a. durch ein Energiemanagement gemäß DIN EN ISO 50001 oder mit einem Energieaudit gemäß DIN EN 16247-1 abgedeckt werden.

Energieberatung Kosten – Fazit

Eine qualitativ hochwertige und dementsprechend aussagekräftige Energieberatung ist Aufwändig. Die Beratungskosten liegen im Mittel zw. 10.000 und 12.000€ und sind damit für die meisten KMU kaum zu bezahlen.
Mit dem Förderprogramm “Energieberatung im Mittelstand” des BAFA können jedoch die Kosten um bis zu 80% bzw. 6.000€ reduziert werden. Dadurch entstehen dem Unternehmen i.d.R. maximale Beratungskosten zw. 4.000€ und 6.000€.
Möchten Sie mehr über den Ablauf der Antragstellung erfahren oder weitere Förderprogramme im Bereich der Energieeffizienz kennen lernen? In der Rubrik Förderprogramme erhalten Sie weiterführende Information. Gerne können Sie uns auch mit Ihren Fragen direkt kontaktieren.
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